Gerade bei CB-Funkern spricht man immer wieder von der s.g. “Stehwelle”, oder auch vom “SWR-Wert”. Dieser scheint ja wichtig zu sein. Doch worum handelt es sich genau und warum ist dieser Wert so wichtig?

Ein kleiner Ausflug in die Physik

Wer sich noch an den Physikunterricht in der Schule erinnern kann, wird jetzt gute Karten haben. Wer da eher mit Grauen zur√ľckdenkt, keine Angst so schwer ist das nicht. Im Prinzip geht es um Schwingungen, in unserem Fall um elektromagnetische Wellen. Da muss man auch kein Studium gemacht haben um zu verstehen wie das funktioniert. Ich versuche das hier so vereinfacht wie m√∂glich zu erkl√§ren.

Das Funkger√§t sendet ein Signal aus und √ľbertr√§gt es √ľber das Antennenkabel auf die Antenne. Das ausgehende Signal hat i.d.R. einen Widerstand von 50 Ohm. Das Antennenkabel hat auch eine Impedanz von 50 Ohm. Jetzt trifft das Signal auf die Antenne. Im Idealfall ist diese so abgestimmt, dass das Signal ohne Einschr√§nkungen abgegeben werden kann. Ist die Antenne nicht abgestimmt, so wird ein Teil des Signals zur√ľck in Richtung Funkger√§t reflektiert.
Jetzt passiert es, dass sich die ausgehende Welle und die reflektierte Welle addieren, es also zu einer Interferenz kommt, die man Stehwelle nennt.

Beispiel einer Stehwelle
Beispiel einer Stehwelle | Grafik: Prepper-Funk

Ideal und w√ľnschenswert ist es also, die reflektierende (blaue) Welle auf null zu bringen, damit es faktisch zu keiner Stehwelle kommt. Das ist in der Praxis jedoch meist nicht der Fall. Man kann die reflektierende Welle aber beeinflussen. Dazu muss die Antenne richtig abgestimmt werden.

SWR = engl. Standing Wave Radio = deutsch Stehwelle

Was bedeutet das jetzt f√ľr mich?

Erst einmal muss man messen, wie die aktuelle Stehwelle ist. Wir sprechen dabei auch vom Stehwellenverhältnis. Dieses Verhältnis kann man messen. Das geht zum Einen mittels Multimeter und man muss dann mit einer entsprechenden Formel das Verhältnis ausrechnen, oder man nimmt ein entsprechendes Messgerät und koppelt es zwischen Antennenkabel und Funkgerät. Letzteres ist die einfachere Variante.

Je größer das Stehwellenverhältnis ist, desto schlechter wird das Sendeergebnis.
Ist das Stehwellenverhältnis zu groß, droht sogar eine Überlastung oder Beschädigung der Sendestufe im Funkgerät.

Hat man sich so ein Messger√§t besorgt, liegt eigentlich immer eine Bedienungsanleitung bei. Dort wird beschrieben, wie man die Stehwelle misst und was daf√ľr notwendig ist. Ein kleiner Hinweis dazu: Bitte ein kurzes Kabel nicht vergessen, welches von dem Funkger√§t zum Messgerat f√ľhrt.

  • Stehwellenverh√§ltnis 1:1 -> Perfekt! Die komplette Leistung wird abgegeben und nichts reflektiert.
  • Stehwellenverh√§ltnis 1:1,1 – 1:1,8 -> hier sind Anpassungen n√∂tig. Es wird nicht die komplette Leistung abgegeben. Die Antenne muss entsprechend abgestimmt werden.
  • Stehwellenverh√§ltnis √ľber 1:2,0 -> es ist nur schwer m√∂glich die Antenne entsprechend abzustimmen. Faktisch wird ein gro√üer Teil der Sendeleistung reflektiert und kann nicht abgegeben werden. Geht das Messergebnis in Richtung 4 oder noch h√∂her, droht eine √úberlastung und/oder Besch√§digung der Sendestufe des Funkger√§tes.
SWR/Power-Meter | Bild: Wikipedia, User Gophi, CC BY-SA 4.0
SWR/Power-Meter | Bild: Wikipedia, User Gophi, CC BY-SA 4.0

Wer sich näher mit dem Thema Stehwellenverhältnis beschäftigen möchte, dem empfehle ich das Video von Michael (DL2YMR), der auf seinem YouTube-Kanal dieses Thema intensiviert beleuchtet.